REMONDIS Lünen
Zeitlose Architektur an traditionellem Industriestandort
Mit dem Lippewerk im Lüner Ortsteil Lippholthausen betreibt der Entsorgungskonzern REMONDIS auf rund 230 Hektar Europas größtes Zentrum für industrielles Recycling. Etwa 1.400 Menschen sind dort beschäftigt. Auf diesem Gelände entstand das neue Verwaltungsgebäude V11. Der fünfgeschossige Backsteinbau mit Sichtbetonfertigteilen wurde bewusst an die industrielle Architektur des Lippewerks angelehnt. Im Erdgeschoss öffnen sich ein großzügiges Foyer und Schulungsbereiche. In den Obergeschossen finden sich offene Arbeitslandschaften, abgeschlossene Büros, Aufenthaltszonen und Besprechungsbereiche. Zusätzlich ist im Objekt ein hochmodernes Rechenzentrum untergebracht – ein Bereich, der besondere Anforderungen an Brandschutz, Planung und Baulogistik stellt.
Brandschutz mit doppeltem Boden
Unzählige Kilometer Kabel sind nötig, um die Server eines modernen Rechenzentrums untereinander sowie mit dem Netz zu verbinden. Damit diese sicher und ordnungsgemäß untergebracht werden können, setzen viele Rechenzentren auf einen doppelten Boden – so auch bei REMONDIS in Lünen. Unterhalb des sichtbaren Raumes spannt sich ein Hohlraum auf, in dem die Kabel sauber geführt werden können. Der betretbare Fußboden des Rechenzentrums liegt damit deutlich über dem eigentlichen Rohboden. Für die Türen hat das eine entscheidende Konsequenz: Sie werden nicht direkt auf dem Rohboden eingebaut, sondern wesentlich höher. Ab einer Einbauhöhe von mehr als 500 Millimetern spricht man von einem „Einbau in großer Höhe“. Damit gelten brandschutztechnisch besondere Anforderungen. Denn die Türen müssen im Brandfall auch einer Beanspruchung von unten standhalten. Da dieser Fall nicht von standardisierten Zulassungen abgedeckt wird, ist eine objektspezifische Zustimmung der Behörden erforderlich.
RÜTÜ erkannte diese Besonderheit früh und begleitete den aufwendigen Zulassungsprozess gemeinsam mit dem Türenhersteller, um eine erfolgreiche Zulassung durch das Land Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Dabei war eine haargenaue Planung im Vorfeld unerlässlich – insbesondere dort, wo sich empfindliche Schnittstellen mit anderen Gewerken ergeben. Nicht nur, um die erforderlichen Unterlagen für die behördliche Bewertung korrekt zusammenstellen zu können, sondern auch, weil die Montage der insgesamt 20 Stahltüren bereits parallel zum laufenden Zulassungsprozess erfolgen musste. Nur so ließen sich die ambitionierten Zeitpläne einhalten.
„Damit ein solches Maß an Vorleistung nicht zum Risiko wird, braucht es klare Absprachen und eine enge Abstimmung mit allen beteiligten Gewerken. Das hat bei diesem Projekt sehr gut funktioniert“, erinnert sich Projektleiter Jonas Volkmar, „Je frühzeitiger wir in den Planungsprozess einbezogen werden, desto gezielter können wir insbesondere bei solchen Spezialfällen mit unserer Erfahrung unterstützen.“
Neben dem Brandschutz spielt an einem Ort, an dem viele sensible Daten aus dem Unternehmen zusammenlaufen, auch die Zutrittskontrolle eine wesentliche Rolle. Dafür wurden alle Türen mit elektronischen Motorschlössern ausgestattet. RÜTÜ unterstützte bei Montage und Inbetriebnahme und stellte sicher, dass alle Systeme sauber ineinandergreifen.
Im übrigen Gebäude setzten die Münsteraner Spezialisten für Bauelemente, Automatiktüren und Gebäudesicherheit Stahlzargen mit Holztürblättern in verschiedenen Ausführungen um, teilweise in raumhohen Formaten von bis zu 2,48 Metern. Die flächenbündigen Türen fügen sich perfekt in die klare Architektur ein. Die anthrazitgrau beschichteten Stahlzargen unterstreichen die stilvolle, sachliche Gestaltung des Innenraums und korrespondieren mit den Materialien des Gebäudes. Kleinere logistische Herausforderungen – unter anderem beim Transport der raumhohen Türen an ihre Bestimmungsorte im Objekt – konnten von den erfahrenen Monteuren schnell gelöst werden.
Ein wesentlicher Faktor für den Projekterfolg war ohne Frage die gute Zusammenarbeit vor Ort. Projektleiter Jonas Volkmar fasst es so zusammen: „Herr Diepenbrock von Wulf Bau hat uns auf der Baustelle hervorragend unterstützt. Und auch die Abstimmungen mit Frau Freck-Hübner liefen jederzeit schnell und verlässlich. Bei Sonderthemen wie dem Einbau in großer Höhe ist genau diese unmittelbare Kommunikation erfolgsentscheidend. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.“
RÜTÜ’s Projektleistungen
- Stahltüren für Rechenzentrum
- Stahlzargen
- Innentüren
- Schließanlage
Bilder: ©REMONDIS
