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Bremer Straße 42 – Büro MAAS & Partner

Wenn Architekten für Architekten bauen

Unweit des Münsteraner Hauptbahnhofs wurde ein rund 100 Jahre alter, langgezogener Industriebau zu einem repräsentativen Büro- und Gewerbeobjekt umgebaut. Während sich im Erdgeschoss und im ersten OG Gewerbeeinheiten sowie eine soziale Einrichtung befinden, haben die Architekten von Maas & Partner die darüberliegenden drei Etagen bezogen. Als Nutzer mit hohem gestalterischem Anspruch war das wachsende Architekturbüro auf der Suche nach einem neuen Arbeitsort, der mehr ist als funktionale Bürofläche: ein Möglichkeitsraum für Zusammenarbeit, Konzentration und Kommunikation. Konzipiert und umgesetzt wurde der Umbau von Schöps & Schlüter. Der Erhalt der industriellen Substanz und ein materialbetonter Innenausbau prägen das Gebäude, das 2024 mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde.

RÜTÜ’s Projektleistungen

  • Elektronische Schließanlage
  • Mechanische Schließanlage

Komplexe Zutrittsorganisation, die verschiedene Nutzerinteressen vereint

Der besondere Reiz des einstigen Industriebaus, in dem früher Bahnschienen verschweißt wurden, geht von der Präsenz seiner Materialien aus. Die rohe Betontragstruktur, lange Zeit hinter Verkleidungen verborgen, wurde freigelegt und als prägendes Element inszeniert. Auf klassische Ausbauweisen mit Gipskarton hat man insbesondere in den Büroetagen von Maas & Partner bewusst verzichtet. Stattdessen definieren Ziegel, Holz, Glasbausteine und Stahl den rohen Gesamteindruck der Räumlichkeiten. Großzügige Gauben bringen Tageslicht tief in das Gebäude, ein neu gestaltetes Treppenhaus in einem einstigen Aufzugsschacht verbindet die Etagen.

Die gemischte Nutzung des Gebäudes stellte komplexe Anforderungen an die Zutrittsorganisation. Unterschiedliche Nutzer, verschiedene Sicherheitsbedürfnisse und wechselnde Betriebszeiten mussten miteinander in Einklang gebracht werden. So sollten beispielsweise Besucher zu definierten Zeiten Zugang erhalten, während sensible Bereiche dauerhaft geschützt bleiben. Hinzu kam der Anspruch, nicht nur funktionale, sondern auch optisch zurückhaltende Lösungen einzusetzen. RÜTÜ begleitete diesen Prozess beratend und unterstützte bei der Entwicklung einer Schließ- und Zutrittsorganisation, die den Alltag im Gebäude abbildet.

Eine wichtige Rolle spielte zum Beispiel der Zugang über den Aufzug, der sowohl öffentlich als auch intern genutzt wird – und direkt in die offenen Büroetagen führt. Damit nur befugte Besucher per Aufzug dorthin gelangen, sollte der Zutritt gezielt freigegeben werden können. Die Lösung: eine sogenannte Penthouse-Steuerung. Der elektronische Zugang kann bei Bedarf mit einem mechanischen Schlüssel aktiviert oder gesperrt werden. So wird die Aufzugtür in die Bürobereiche nur dann freigegeben, wenn dies beabsichtigt ist.

Auch die Haupteingänge müssen differenziert gesteuert werden. Besucher sollen das Gebäude während der Geschäftszeiten selbstständig betreten können, außerhalb dieser Zeiten jedoch nur berechtigte Personen. Dafür wurden die Eingangstüren mit Motorschlössern ausgestattet und zeitgesteuert betrieben. In der Praxis zeigte sich allerdings, dass feste Zeitprogramme nicht alle Nutzungsszenarien abdecken – etwa an Feiertagen oder bei abweichenden Öffnungszeiten einzelner Nutzer. Als Ergänzung wurde daher ein separater Schlüsseltaster integriert, mit dem sich die Türöffnung unabhängig von der Zeitschaltung aktivieren oder deaktivieren lässt. Eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung, die erst im laufenden Betrieb ihre Notwendigkeit zeigte und dank der Flexibilität der eingesetzten Anlage problemlos nachgerüstet werden konnte. Verwaltet wird die gesamte Schließanlage durch Maas & Partner selbst – inklusive der Zugriffsrechte für die weiteren Nutzer im Gebäude.

Neben der Funktion spielte auch die Gestaltung eine entscheidende Rolle. In einem Gebäude, das stark von rohen Materialien und klaren Oberflächen geprägt ist, mussten Schließkomponenten möglichst zurückhaltend wirken. Zylinder und Leser wurden daher flächenbündig ausgeführt und so positioniert, dass sie sich unaufdringlich in das architektonische Gesamtbild einfügen.

Für Projektleiter Sascha Heinrichs war die Arbeit an diesem Projekt ein echtes Highlight: „Die Mitwirkung an diesem Objekt hat in mehrfacher Hinsicht große Freude gemacht. Einmal, weil es architektonisch ein wirklich großartiges Gebäude geworden ist, mindestens genauso sehr aber auch wegen der komplexen Anforderungen, sodass wir jede Menge Expertise mit einbringen konnten. Und nicht zuletzt war die Zusammenarbeit mit der Architektin Mareen Tenhagen und allen Beteiligten ausgesprochen partnerschaftlich und angenehm.“

Im Ergebnis fügt sich die Schließ- und Zutrittsorganisation selbstverständlich in ein Gebäude ein, das industrielle Geschichte, moderne Arbeitswelten und technische Präzision überzeugend miteinander verbindet.

Bilder:
© Hanna Neander
für MAAS & PARTNER Architekten